Anpassung der technischen Grundlagen per 1. Januar 2022

Senkung des Zinssatzes sorgt für mehr Gerechtigkeit

Dank Rückstellungen kann die BVK die Anpassung der technischen Grundlagen sinnvoll abfedern.

Die BVK senkt per 1. Januar 2022 den technischen Zinssatz von 2 auf 1,75%. Damit wird auch der Umwandlungssatz um knapp 0,2 Prozentpunkte reduziert. 

Tiefere erwartete Rendite
Aufgrund des tiefen Zinsniveaus ist die Renditeerwartung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. Erwarteten wir vor fünf Jahren noch eine durchschnittliche jährliche Rendite von 2,8%, liegt diese aktuell bei nur rund 2,2% bei gleichbleibender Risikobereitschaft. Dies muss so akzeptiert werden, da die laufenden Renten mit einer fixen Verzinsung garantiert sind, was Investitionen in risikoarme – also festverzinsliche – Anlagen voraussetzt. Eine Flucht in Anlagen mit höherem Rendite- und folglich höherem Risikopotenzial ist durch diese Rentengarantie nur beschränkt möglich. Sie muss auch in einem schlechten Anlagejahr bezahlt werden. Aufgrund dieser tiefen Renditeerwartung war der Stiftungsrat gezwungen, die technischen Grundlagen anzupassen und den Umwandlungssatz zu reduzieren.

Geld für Abfederung und Besitzstand
Je näher man an der Pensionierung ist, umso schwieriger ist es für versicherte Personen, nach einer solchen Massnahme zu reagieren. Deshalb hat die BVK verschiedene Abfederungsmassnahmen vorgesehen. Für alle Aktivversicherten, die im Jahr 2021 mindestens 60 Jahre alt sind, gilt der Besitzstand. Als Besitzstand wird die Rente garantiert, die man bei einer Pensionierung per 31. Dezember 2021 erhalten hätte.

Gleichzeitig werden allen Aktivversicherten über 21 Jahre ab dem Jahr 2022 während fünf Jahren Aufwertungsgutschriften ausbezahlt. Die Höhe der Aufwertungsgutschrift wird nach Alter gestaffelt. Aufwertung und/oder Besitzstand werden für jede versicherte Person individuell berechnet. Die tagesaktuell und individuell berechneten Zahlen sind für Kunden der BVK im Kundenportal myBVK jederzeit abrufbar. Für Versicherte ab Alter 55 konnte die Rentenkürzung auf 0 bis 2% beschränkt werden. Sollte bei über 60-Jährigen im Laufe der Zeit die garantierte Rente durch Beitragszahlungen überschritten werden, wird selbstredend die höhere Rente ausbezahlt. Bei Kündigung des Anschlussvertrages verlieren die Versicherten sowohl die Besitzstandesgarantie als auch die noch offenen Aufwertungsgutschriften.

An dieser Stelle ist es uns wichtig darauf hinzuweisen, dass dem Umwandlungssatz in jüngeren Jahren ein zu grosses Gewicht beigemessen wird. Dieser Prozentsatz ist aber erst wichtig, wenn es um die konkrete Planung des dritten Lebensabschnitts geht. Bis dahin ist es viel wichtiger, das Sparguthaben zu äufnen. Bei der BVK ist das durch hohe Sparbeiträge und eine Arbeitnehmerfreundliche Aufteilung von 60/40 Prozent möglich. Weiter kann das Sparkonto mit einem Einkauf oder der Wahl einer Beitragsvariante positiv beeinflusst werden. In myBVK lassen sich dazu Berechnungen und Simulationen machen, die über die zweite Säule hinausgehen.

Die angepassten Umwandlungssätze ab 1. Januar 2022

*Seit 2019 besteht die Möglichkeit einen höheren Umwandlungssatz zulasten der Hinterbliebenenrente zu wählen.

Alter

Umwandlungssatz Standard*

Umwandlungssatz ausserodentlich*

65 (Jahrgang 1957)

4,67%

4,91%

64 (Jahrgang 1958)

4,54%

4,76%

63 (Jahrgang 1959)

4,41%

4,62%

62 (Jahrgang 1960)

4,29%

4,48%

61 (Jahrgang 1961)

4,18%

4,36%

60 (Jahrgang 1962)

4,07%

4,24%

Dank den oben beschriebenen Abfederungsmassnahmen, kann die Reduktion des Umwandlungssatzes weitgehend kompensiert werden. Für Versicherte ab Alter 55 wird zum Beispiel die Rentenkürzung damit auf 0 bis 2% beschränkt.

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