
Wir geben Ihrem Kapital eine Stimme
«Aktionäre vs. BP» geht in die nächste Runde
Im April 2026 findet die nächste Generalversammlung von BP (British Petroleum) statt. Während im letzten Jahr rund ein Viertel der Aktionäre die Wahl des Vorsitzenden Helge Lund insbesondere aufgrund der Unzufriedenheit über die eingeschlagene Klimastrategie ablehnten, nimmt ein Antrag der Aktionäre rund um das NGO ACCR auch in diesem Jahr die Klimastrategie in den Fokus. Die BVK steht hinter den Forderungen des Aktionärsantrags und wird diesen im Interesse einer langfristigen Wertschöpfung unterstützen.
Kein Interesse an Klimazielen
In den letzten zwölf Monaten hat sich bei BP viel bewegt – bedauerlicherweise weiter weg von der einmal angekündigten klimafreundlicheren Ausrichtung. Investitionen werden wieder vermehrt für Öl- und Gasprojekte eingesetzt. Im Februar 2025 wurde bekannt, dass diese Neuausrichtung Kürzungen der grünen Investitionen von fünf Milliarden Dollar zur Folge hat. Gesteckte Dekarbonisierungsziele für das Jahr 2030 wurden sukzessive aufgeweicht und später gestrichen. Es waren kurzfristige Renditeüberlegungen, die BP zur Abkehr von der bisherigen Klimastrategie führten. Wie bereits berichtet (BP steht nicht für Best Practice), dürfte der Hedgefonds «Elliott Capital Management (ECM)» mit der Erhöhung des Anteils am Unternehmen dazu beigetragen haben. Damit soll BP zu kurzfristiger Rentabilität mit dem ursprünglichen Kerngeschäft Öl und Gas gelenkt werden.
Von der vor 25 Jahren werbewirksamen Umbenennung von «British Petroleum» zu «Beyond Petroleum» ist man weiter entfernt denn je.
Ökonomische Beurteilung gefordert
Aber klein beigeben wollen die Aktionäre, darunter die BVK, nicht. Während sie 2025 ihre Unzufriedenheit mit BPs eingeschlagenem Klimakurs bei der Abwahl des amtierenden VR-Vorsitzenden zum Ausdruck brachte, wird sie 2026 den von einer breiten Aktionärskoalition um das NGO ACCR eingereichten Aktionärsantrag unterstützen. Dieser fordert das Unternehmen dazu auf, neue fossile Förderprojekte in Anbetracht der mittel- und langfristig erwarteten sinkenden Nachfrage nach Gas und Öl auf ihre Vereinbarkeit mit den Zielen der langfristigen Wirtschaftlichkeit zu beurteilen. Zusätzlich sollen Informationen über die Kapitalallokationsstrategie veröffentlicht werden. Eine Analyse, die von Best-Practice-Unternehmen im Sektor bereits bereitgestellt wird.
Aktionärsrechte im Gegenwind
BP positioniert sich bei der Gestaltung der Abstimmungsagenda ganz bewusst gegen die Energiewende: Ein zweiter Aktionärsantrag mit Klimabezug wurde von BP gar nicht erst zur Abstimmung zugelassen, obwohl die für die Zulassung erforderliche Schwelle von 100 Aktionären erreicht worden war. Zudem lässt das Unternehmen an der diesjährigen GV über die Rückgängigmachung zweier Klimabeschlüsse aus den Jahren 2015 und 2019 abstimmen, welche damals durch eine deutliche Mehrheit angenommen wurden. BP steht heute also auch bei den Aktionärsrechten nicht für Best Practice.
20.03.2026